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Grundlagen und Entscheidungshilfe

Notstrom und Ersatzstrom

„Notstromfähig" steht in fast jedem Angebot. Gemeint ist damit oft eine Steckdose am Wechselrichter. Hier steht, was die Begriffe wirklich bedeuten, wie viel weiterläuft und für wen sich der Aufwand lohnt.

Für wen passt das?

Trifft mehr als ein Punkt auf Sie zu, lohnt sich ein Blick auf dieses System.

  • Im Haus stehen Geräte, die nicht einfach ausgehen dürfen – ein Sauerstoffkonzentrator, ein Beatmungsgerät, ein Treppenlift
  • Sie denken daran, wie das in zehn oder zwanzig Jahren aussieht, wenn so etwas dazukommen könnte
  • Am Strom hängt mehr als der Haushalt – Brunnenpumpe, Hebeanlage, Stallungen oder die volle Gefriertruhe
  • Sie heizen mit Wärmepumpe und wollen im Winter nicht im Kalten sitzen
  • Sie arbeiten von zu Hause und können sich einen Tag ohne Strom schlecht leisten
  • Sie wohnen am Ende der Leitung, wo das Netz öfter mal kurz wegbleibt

Was bei einem Stromausfall eigentlich passiert

Fällt das Netz aus, schaltet sich eine Photovoltaikanlage ab. Auch bei strahlender Sonne, auch mittags um zwölf. Das ist keine Schikane, sondern Vorschrift: Sonst stünde Ihr Solarstrom auf einer Leitung, an der gerade jemand vom Netzbetreiber arbeitet.

Damit im Haus trotzdem Licht bleibt, braucht es zweierlei. Einen Speicher, aus dem der Strom kommt. Und ein Gerät, das die Hausinstallation vom Netz trennt und danach selbst ein eigenes kleines Stromnetz aufspannt. Ohne diese Trennung geht es nicht – und weil dabei in die Hausverteilung eingegriffen wird, ist es Elektrikerarbeit mit Meisterverantwortung.

Drei Dinge, die alle „Notstrom” heißen

Die Notsteckdose. Am Wechselrichter sitzt eine einzelne Steckdose, die bei einem Ausfall Spannung führt. Sie holen ein Verlängerungskabel und hängen den Kühlschrank dran. Das ist besser als nichts und steckt in vielen Angeboten hinter dem Wort „notstromfähig”.

Die Ersatzstromversorgung. Das Haus trennt sich automatisch ab, und Ihre normalen Steckdosen, Lampen und die Heizung laufen weiter. Sie müssen nichts tun und nichts umstecken. Kommt das Netz zurück, schaltet die Anlage von selbst zurück. Das ist die Variante, die wir bauen.

Der Inselbetrieb. Kein Netzanschluss mehr, die Anlage versorgt das Haus das ganze Jahr allein. Technisch machbar, in unserer Gegend aber fast nie sinnvoll – dafür müsste der Speicher für die dunklen Wochen im Dezember ausgelegt werden.

Wie viel läuft dann wirklich weiter?

Zwei Werte begrenzen das: Wie viel Leistung gibt der Speicher ab, und wie viel macht der Wechselrichter daraus? Der kleinere der beiden bestimmt, was geht. Es nützt also nichts, nur an einer Schraube zu drehen.

In der Praxis heißt das: Licht, Kühlschrank, Gefriertruhe, Router, Heizungspumpe, Fernseher – kein Thema, und zwar alles gleichzeitig. Wenn dagegen die Wärmepumpe anläuft, der Backofen heizt und das Auto lädt, kommt jede Anlage an ihre Grenze. Im Ernstfall ist das auch kein Drama: Man backt an dem Tag eben nicht.

Schwarzstartfähig: die Anlage kommt von allein zurück

Ein Wort, das in Angeboten selten steht, obwohl es im Ernstfall den Unterschied macht. Schwarzstartfähig heißt: Die Anlage kann Ihr Hausnetz aus eigener Kraft aufbauen – ganz ohne Strom von außen.

Warum das nicht selbstverständlich ist: Viele Wechselrichter brauchen zum Starten eine anliegende Netzspannung als Orientierung. Fällt das Netz aus, während der Speicher gerade leer ist, bleiben sie schlicht aus – und zwar so lange, bis der Netzbetreiber wieder liefert. Auch dann, wenn draußen die Sonne scheint und die Module auf Ihrem Dach voll im Ertrag stehen. Genau in der Lage, in der man die eigene Anlage am dringendsten bräuchte, steht sie still.

Alle Ersatzstromlösungen, die wir bauen, sind schwarzstartfähig. Ist der Speicher leer und das Netz weg, wartet die Anlage nicht: Sie fährt selbst hoch, sobald die Module genug liefern, versorgt das Haus und lädt den Speicher nebenbei wieder auf. Bei einem längeren Ausfall ist das der Unterschied zwischen einem Haus, das jeden Morgen mit der Sonne wieder anspringt, und einem, das dunkel bleibt.

Warum wir für Notstrom zu mehr Speicher raten

Wer Ersatzstrom ernst meint, sollte nicht am Speicher sparen. Aus drei Gründen:

Mehr Leistung. Ein zusätzlicher Speicherblock hebt die Grenze an, von der oben die Rede war. Sie können mehr Geräte gleichzeitig betreiben, statt im Ernstfall zu überlegen, was Sie zuerst abschalten.

Mehr Reserve, und sie ist einstellbar. Sie legen fest, welcher Anteil des Speichers für den Ernstfall reserviert bleibt und im Alltag nicht angetastet wird. Bei einem großen Speicher können Sie diese Reserve großzügig wählen, ohne im normalen Betrieb Eigenverbrauch zu verschenken. Bei einem knapp bemessenen Speicher müssen Sie sich zwischen beidem entscheiden.

Längere Unabhängigkeit. Mehr Kapazität heißt schlicht: Sie halten länger durch. Und weil die Photovoltaikanlage tagsüber weiter nachlädt, kann aus einem mehrstündigen Ausfall ein Zeitraum werden, den Sie im Alltag gar nicht bemerken.

Der zusätzliche Block kostet natürlich extra. Ob er sich für Sie lohnt, hängt davon ab, wie wichtig Ihnen Versorgungssicherheit ist – das ist eine Entscheidung, die Sie treffen, nicht wir. Wir sagen Ihnen nur, was Sie dafür bekommen. Bei modular aufgebauten Speichern wie dem von Sigenergy lässt sich das später nachlegen, ohne die Anlage umzubauen.

Wenn Geräte im Spiel sind, die nicht ausgehen dürfen

Das ist der Grund, aus dem uns Kundinnen und Kunden am häufigsten auf dieses Thema ansprechen. Ein Sauerstoffkonzentrator, ein Beatmungsgerät, eine Dialyseeinheit, ein Treppenlift, ein Pflegebett – all das hängt am Strom. Und oft geht es gar nicht um heute, sondern um die Frage: Was ist, wenn wir älter werden und so etwas ins Haus kommt?

Dazu gehören zwei Sätze, und wir sagen beide.

Der erste: Ja, mit einer Ersatzstromversorgung läuft so ein Gerät bei einem Netzausfall weiter, und aus einem stundenlangen Problem wird eines, das Sie kaum bemerken. Für viele ist genau das der Punkt, an dem sich der Aufpreis für sie rechnet – nicht wegen der Kilowattstunden, sondern wegen der Ruhe.

Der zweite: Unsere Anlage ist kein zugelassenes Medizinprodukt und keine USV. Ein Gerät, an dem ein Leben hängt, braucht seine eigene Akkupufferung – zusätzlich, nicht stattdessen. Das verlangen die Gerätehersteller so, und es ist richtig: Auch eine Photovoltaikanlage kann einen Defekt haben. Melden Sie solche Geräte außerdem beim Netzbetreiber an, viele führen dafür Listen und berücksichtigen sie bei geplanten Abschaltungen.

Wer ein solches Gerät im Haus hat oder erwartet, sollte uns das im Beratungstermin sagen. Dann gehen wir die Geräte einzeln durch, schauen auf deren Anschlusswerte und legen den Speicher danach aus – statt nach dem Jahresverbrauch.

Was wir vorher mit Ihnen klären

Bevor wir ein Angebot mit Ersatzstrom schreiben, machen wir eine Liste. Was muss weiterlaufen, was wäre schön, was kann aus bleiben? Daraus ergibt sich die Leistung, die das System dauerhaft liefern können muss, und daraus die Speichergröße.

Meistens ist das Ergebnis bescheidener, als die Leute vorher denken – und dadurch günstiger. Es geht selten darum, den ganzen Haushalt unverändert weiterlaufen zu lassen. Es geht darum, dass die wichtigen Dinge nicht ausgehen.

Was Sie davon haben

Die Punkte, auf die es ankommt.

  1. 01

    Das Haus, nicht die Steckdose

    Bei einer echten Ersatzstromversorgung trennt sich Ihre Hausinstallation bei einem Ausfall automatisch vom Netz und läuft aus Speicher und Photovoltaik weiter. Licht, Kühlschrank, Heizung, Router – alles bleibt an seinem Platz. Niemand muss im Dunkeln ein Verlängerungskabel suchen.

  2. 02

    Umschalten, das niemand merkt

    Gute Systeme schalten in wenigen Millisekunden um, der Sigenergy Gateway praktisch unterbrechungsfrei. Der Rechner läuft weiter, die Uhr an der Mikrowelle blinkt nicht. Meist merken Sie den Ausfall erst daran, dass es beim Nachbarn dunkel ist.

  3. 03

    Schwarzstartfähig

    Alle Ersatzstromlösungen, die wir bauen, kommen von allein wieder in Gang – ohne Strom von außen. Selbst wenn der Speicher leer gelaufen ist und das Netz weg bleibt, startet die Anlage, sobald die Sonne wieder liefert. Nicht jedes System kann das, und im mehrtägigen Ausfall entscheidet genau das.

  4. 04

    Reserve, die Sie selbst festlegen

    Sie bestimmen, welcher Teil des Speichers für den Ernstfall reserviert bleibt und im Alltag nicht angetastet wird. So steht auch dann noch etwas bereit, wenn der Abend vorher lang war.

  5. 05

    Elektrik mit Meisterverantwortung

    Für Ersatzstrom wird in die Hausinstallation eingegriffen, und die Anlage muss sich im Fehlerfall sauber vom Netz trennen – sonst steht Spannung auf einer Leitung, an der jemand arbeitet. Das ist kein Zubehör, das man dazustellt. Wir machen die Elektrik selbst, mit eigenem Elektromeister.

  6. 06

    Nachrüsten geht, kostet aber mehr

    Ersatzstrom lässt sich später ergänzen. Günstiger ist es, den Platz für Gateway und Unterverteilung gleich bei der ersten Montage vorzusehen – dann ist es beim Nachrüsten eine Frage von Stunden statt von Tagen.

Ehrlich gesagt

Wo die Grenzen liegen.

Kein System passt überall. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich entscheiden – wir sprechen sie im Beratungstermin ohnehin an.

  • Eine Ersatzstromversorgung ist kein zugelassenes Medizinprodukt und keine USV. Für ein Gerät, an dem ein Leben hängt, bleibt die batteriegepufferte Notversorgung direkt am Gerät Pflicht – die verlangen die Gerätehersteller auch so. Unsere Anlage verlängert die Zeit, in der alles normal weiterläuft, von Minuten auf Stunden oder Tage. Sie ersetzt die Absicherung am Gerät nicht. Sprechen Sie das bitte mit dem Arzt und dem Gerätehersteller durch, bevor Sie sich darauf verlassen.
  • Wie viel gleichzeitig laufen kann, begrenzen zwei Werte: was der Speicher abgeben kann und was der Wechselrichter daraus macht. Der kleinere gewinnt. Licht, Kühlschrank, Router, Heizungspumpe und Fernseher sind kein Thema. Wärmepumpe, Backofen und Autoladen gleichzeitig bringen jede Anlage an die Grenze – im Notstrombetrieb genau wie im Alltag.
  • Ohne Speicher gibt es keinen Ersatzstrom. Eine Photovoltaikanlage allein schaltet bei einem Netzausfall ab, auch bei Sonnenschein – das ist Vorschrift und schützt die Leute, die an der Leitung arbeiten.
  • Für spürbare Leistung über mehrere Tage braucht es einen entsprechend großen Speicher. Der kostet extra. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt daran, was wirklich weiterlaufen muss – das gehen wir vorher gemeinsam durch, Gerät für Gerät.
  • Im Dezember bei drei bedeckten Tagen liefert das Dach wenig nach. Dann entscheidet allein die Speichergröße, und irgendwann ist auch die zu Ende. Wer wirklich autark über Wochen sein will, redet über ein anderes Thema – darüber sprechen wir gern, aber ehrlich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?

Die Begriffe werden durcheinandergeworfen. Gemeint sind meist drei verschiedene Dinge: eine Notsteckdose am Wechselrichter, an die Sie im Ernstfall ein Kabel hängen. Eine Ersatzstromversorgung, bei der sich das Haus automatisch abtrennt und die vorhandenen Steckdosen und Lampen weiter versorgt werden. Und der echte Inselbetrieb, bei dem gar kein Netzanschluss mehr gebraucht wird. Wir bauen die mittlere Variante – und sagen Ihnen im Angebot, welche gemeint ist.

Kann ich damit ein medizinisches Gerät betreiben?

Weiterlaufen wird es, ja. Aber verlassen Sie sich nicht allein darauf. Eine Photovoltaik-Ersatzstromversorgung ist kein zugelassenes Medizinprodukt und keine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Ein Gerät, an dem ein Leben hängt, braucht seine eigene Akkupufferung – zusätzlich, nicht stattdessen. Was unsere Anlage leistet: Sie macht aus einem stundenlangen Ausfall einen, den Sie kaum bemerken. Melden Sie solche Geräte außerdem beim Netzbetreiber an; viele führen dafür Listen.

Wie lange hält der Speicher im Ernstfall?

Das hängt an der Speichergröße und daran, was läuft. Ein Haushalt, der auf das Nötige heruntergefahren ist – Kühlschrank, Licht, Router, Heizung – kommt mit zehn Kilowattstunden erfahrungsgemäß über die Nacht. Am nächsten Tag lädt die Sonne nach, im Sommer deutlich mehr als im Dezember. Wir rechnen das vorher für Ihren Verbrauch durch.

Merke ich die Umschaltung?

Bei den Systemen, die wir bauen, in aller Regel nicht. Der Sigenergy Gateway schaltet praktisch unterbrechungsfrei um. Empfindliche Geräte wie Rechner oder Server laufen ohne Neustart weiter.

Geht das mit jedem System?

Nein, und das ist einer der Punkte, an denen sich die Systeme wirklich unterscheiden. Voraussetzung sind ein Speicher, ein Wechselrichter, der Inselbetrieb kann, und ein Umschaltgerät zwischen Hausanschluss und Verteilung. Welche Kombination bei Ihnen passt, klären wir vor dem Angebot – nicht danach.

Muss die Anlage dafür angemeldet werden?

Die Photovoltaikanlage mit Speicher wird ohnehin beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet; die Ersatzstromfunktion gehört mit in diese Anmeldung. Das übernehmen wir. Wichtig ist dabei die Freischaltstelle, über die sich die Anlage im Ernstfall sauber vom Netz trennt – ohne die gibt es keine Genehmigung, und das zu Recht.

Im Beratungstermin prüfen wir das an Ihrem Dach.

Wir nehmen das Dach per Drohne auf, rechnen die Varianten durch und legen Ihnen die Zahlen nebeneinander. Unverbindlich und kostenlos.

Und wie geht es dann weiter? So läuft es bei uns ab – vom ersten Anruf bis zur angemeldeten Anlage.

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