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Grundlagen und Entscheidungshilfe

Dynamische Stromtarife

Der Preis an der Strombörse schwankt von Stunde zu Stunde, und seit 2025 muss jeder Versorger einen Tarif anbieten, der das weitergibt. Was dabei selten dazugesagt wird: Netzentgelte, Steuern und Umlagen kommen auf jede Kilowattstunde obendrauf – auch auf eine, die an der Börse gerade nichts kostet. Hier steht, was übrig bleibt und wann es sich lohnt, den Speicher aus dem Netz zu laden.

573 Stunden

waren 2025 negativ

Gut sechs Prozent des Jahres – und fast alle davon mittags im Sommerhalbjahr

17 bis 20 ct

kommen obendrauf

Netzentgelt, Steuern, Umlagen und Marge – auch in einer Stunde ohne Börsenpreis

rund 15 %

kostet der Umweg

So viel bleibt beim Ein- und Ausspeichern liegen – der Verschleiß kommt obendrauf

1. Oktober 2026

neue Speicherregel

Ab dann darf ein Speicher gemischt laden, ohne die Vergütung ganz zu verlieren

Für wen passt das?

Trifft mehr als ein Punkt auf Sie zu, lohnt sich ein Blick auf dieses System.

  • Ein Speicher steht schon im Haus oder ist geplant, und er soll nachts günstigen Strom mitnehmen
  • Sie haben von negativen Strompreisen gelesen und wollen wissen, was davon beim Endkunden ankommt
  • Wärmepumpe, Wallbox oder beides ziehen viel Strom, und beide könnten auch zu einer anderen Uhrzeit laufen
  • Im Winter kommt vom Dach wenig, und der Speicher steht die halbe Jahreszeit halb leer herum
  • Sie überlegen, vom Festpreistarif zu wechseln, und wollen die Rechnung vorher sehen
  • Ihnen hat jemand vorgerechnet, der Speicher zahle sich über den Börsenhandel von selbst ab

Was ein dynamischer Tarif eigentlich ist

Strom wird an der Börse gehandelt, und zwar für jede Stunde des nächsten Tages einzeln. Am Vortag gegen Mittag steht das Ergebnis fest: 24 Preise, einer je Stunde. Seit Oktober 2025 wird sogar viertelstundenweise gehandelt – ob Ihr Tarif das weitergibt oder bei Stundenpreisen bleibt, steht im Kleingedruckten.

Ein dynamischer Tarif reicht diese Preise an Sie durch, statt sie über ein Jahr zu mitteln. Mehr ist es nicht. Sie zahlen dann in der windigen Nacht wenig und in der ruhigen Abendstunde viel. Ob das für Sie günstiger ist als ein Festpreistarif, hängt an einer einzigen Frage: Können Sie Ihren Verbrauch verschieben?

Seit Januar 2025 muss jeder Stromlieferant einen solchen Tarif im Programm haben. Voraussetzung auf Ihrer Seite ist ein intelligentes Messsystem – der Zähler, der viertelstündlich misst und die Werte übermittelt.

Der Teil, über den fast nie jemand redet

Hier fallen die meisten Rechnungen auseinander, die man im Internet findet. Der Börsenpreis ist nicht Ihr Strompreis. Er ist der kleinere Teil davon.

Auf jede Kilowattstunde, die durch Ihren Zähler geht, kommen obendrauf:

  • das Netzentgelt Ihres Netzbetreibers, dazu Konzessionsabgabe und Messstellenbetrieb,
  • die Umlagen, die der Gesetzgeber auf den Strompreis legt,
  • die Stromsteuer,
  • der Aufschlag Ihres Anbieters, mit dem er sein Geschäft betreibt,
  • und auf die Summe aus alledem noch einmal 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Zusammen sind das je nach Netzgebiet rund 17 bis 20 Cent je Kilowattstunde. Und dieser Block bewegt sich nicht mit dem Börsenpreis. Er ist immer da.

„Strom gibt es umsonst” – warum das so nicht stimmt

Negative Strompreise sind seit Jahren die Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Die Schlagzeile stimmt sogar: Wenn mittags viel Sonne und Wind zusammenkommen und gleichzeitig wenig verbraucht wird, rutscht der Börsenpreis unter null. Erzeuger zahlen dann dafür, einspeisen zu dürfen. 2025 war das in 573 von 8.760 Stunden der Fall.

Nur ist das eben nicht der Preis, den Sie als Haushalt zahlen. Rechnen wir es durch, mit 18 Cent Aufschlag aus dem Abschnitt oben:

Börsenpreis Was Sie zahlen
8 ct (normale Stunde) rund 26 ct
0 ct rund 18 ct
minus 5 ct (kräftig negativ) rund 13 ct
minus 18 ct (extrem selten) rund 0 ct

Bei einem Börsenpreis von minus fünf Cent zahlen Sie also weiterhin gut zwölf bis dreizehn Cent. Halb so viel wie sonst – aber weit entfernt von „geschenkt”. Und ob Ihr Anbieter im Extremfall wirklich ein Minus auf der Rechnung ausweist oder bei null abschneidet, steht in seinen Vertragsbedingungen. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.

Das Zweite, was in den Schlagzeilen untergeht: Diese Stunden liegen fast alle mittags im Sommerhalbjahr. Also zu der Zeit, zu der Ihr eigenes Dach den Speicher sowieso füllt. Der Nutzen eines dynamischen Tarifs kommt deshalb nicht aus den spektakulären Negativstunden, sondern aus der gewöhnlichen Spanne zwischen zwei Uhr nachts und sechs Uhr abends.

Wann der Strom günstig ist – und wann teuer

Über ein Jahr betrachtet ist das Muster ziemlich stabil.

Günstig ist es nachts zwischen etwa ein und fünf Uhr, an windigen Tagen auch tagsüber, und von März bis Oktober rund um die Mittagszeit.

Teuer ist es morgens zwischen sieben und neun und vor allem abends zwischen 17 und 20 Uhr. Im Winter, wenn wenig Wind weht und es früh dunkel wird, kostet die Abendstunde schnell ein Vielfaches des Tagesmittels.

Zwischen der günstigsten Nachtstunde und der teuersten Abendstunde liegen an einem normalen Wintertag grob 10 bis 20 Cent. Diese Spanne ist das, womit Sie arbeiten können – nicht die Negativpreise.

Den Speicher aus dem Netz laden: wann sich das lohnt

Genau hier setzt das Netzladen an. Der Gedanke ist einfach: nachts günstig einkaufen, abends aus dem Speicher leben. Nur muss die Spanne zwei Kosten tragen, die immer anfallen.

Die Verluste. Ein- und Ausspeichern kosten zusammen rund 15 Prozent. Aus zehn eingekauften Kilowattstunden werden also etwa achteinhalb, die abends wirklich aus der Steckdose kommen. Bei einem Nachtpreis von 20 Cent haben Sie damit in Wahrheit knapp 24 Cent je nutzbarer Kilowattstunde bezahlt – die Preisspanne, mit der Sie gerechnet haben, ist schon vor dem ersten Cent Ersparnis um ein gutes Stück kleiner geworden.

Der Verschleiß. Ein Speicher hält eine begrenzte Zahl von Ladungen. Jede Nacht, die Sie ihn aus dem Netz füllen, ist eine Ladung, die später für den Solarstrom nicht mehr da ist. Diese Kosten entstehen unabhängig davon, woher der Strom kommt – beim Solarstrom zahlen sie sich aus rund 30 Cent Ersparnis, beim Netzladen aus einer viel kleineren Spanne.

Ein Rechenbeispiel für einen Wintertag: 10 Kilowattstunden nachts zu 20 Cent gekauft, das sind 2,00 €. Nach den Verlusten stehen abends noch achteinhalb Kilowattstunden zur Verfügung; zum Abendpreis von 35 Cent hätten die 2,98 € gekostet. Bleibt knapp ein Euro an diesem Tag, und davon geht der Verschleiß noch ab. Über 150 Wintertage landen Sie in einer Größenordnung von 50 bis 100 €.

Das ist ein realer Betrag, und er ist es wert, mitgenommen zu werden – zumal die Steuerung ihn ohne Ihr Zutun einsammelt. Ein Speicher bezahlt sich davon nicht.

Und wann es sich nicht lohnt

Im Sommer. Da ist der Platz im Speicher für Ihren eigenen Strom reserviert. Jede Kilowattstunde Netzstrom, die morgens hineingeht, verdrängt mittags eine Kilowattstunde vom Dach – die Sie dann für rund sieben Cent einspeisen, statt sie für rund 30 Cent selbst zu verbrauchen. Sie tauschen also 23 Cent gegen ein paar Cent Preisvorteil. Ein Geschäft ist das schon, nur kein gutes.

Wenn der Speicher ohnehin voll wird. Ein System, das die Wetterprognose kennt, weiß am Vorabend, ob morgen die Sonne scheint. Dann lädt es nachts gar nicht oder nur so weit, dass der Morgen überbrückt ist. Genau das ist die Aufgabe der Steuerung – und daran erkennt man, ob eine taugt.

Wenn Sie Notstrom ernst meinen. Die Reserve, die Sie sich für einen Stromausfall zurücklegen, wird nicht zum Handeln benutzt. Wer beides will, braucht dafür einen entsprechend großen Speicher. Warum, steht auf der Seite Notstrom und Ersatzstrom.

Wie das bei Ihnen eingerichtet wird

Vier Dinge müssen zusammenkommen, drei davon machen wir mit.

Das intelligente Messsystem. Es kommt vom Messstellenbetreiber. Bei einer Anlage über 7 Kilowatt, bei mehr als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch oder bei einer Vereinbarung nach § 14a wird es ohnehin eingebaut. Die Jahreskosten sind gesetzlich gedeckelt und liegen für Haushalte meist zwischen 20 und 50 Euro.

Der Tarif. Den schließen Sie ab, bei wem Sie möchten. Anbieter gibt es inzwischen viele, von den bekannten Namen aus der Werbung bis zu den Stadtwerken vor Ort – seit 2025 muss jeder Lieferant einen dynamischen Tarif anbieten. Worauf beim Vergleichen zu achten ist, steht unten bei den Fragen.

Die Steuerung. Sie steckt in jeder Anlage, die wir bauen. Das System von Sigenergy wie das von Atmoce holt sich die Preise für den nächsten Tag, legt Wetterprognose und Ihren gewohnten Verbrauch daneben und entscheidet danach, wann geladen wird und wann der Speicher das Haus versorgt. Von Hand stündlich nachsteuern muss dafür niemand.

Die Anmeldungen. Speicher, Wallbox und Wärmepumpe werden nach § 14a EnWG gemeldet, dazu kommen Netzbetreiber und Marktstammdatenregister. Das machen wir, Sie füllen nichts aus.

Was mit Ihrer Einspeisevergütung passiert

Diesen Punkt sollten Sie kennen, bevor Sie das Netzladen einschalten. Bisher galt hart: Sobald Netzstrom im Speicher gelandet war, galt dessen Inhalt als durchmischt – und für den daraus eingespeisten Strom entfiel die Vergütung. Deshalb ist das Netzladen in vielen Anlagen schlicht abgeschaltet.

Zum 1. Oktober 2026 tritt die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur in Kraft. Sie regelt den gemischten Betrieb und hält den Solaranteil anteilig förderfähig – entweder viertelstundengenau abgegrenzt oder, für Anlagen bis 30 Kilowatt, über eine vereinfachte Pauschale. Aus dem Entweder-oder wird damit ein Nebeneinander. (Stand: September 2026)

Bis das bei den Netzbetreibern praktisch angekommen ist, richten wir Anlagen so ein, dass der aus dem Netz geladene Anteil im Haus verbraucht und nicht eingespeist wird. Damit sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Wie es bei Ihnen konkret aussieht, klären wir, wenn es so weit ist – das ist ein Punkt, bei dem wir uns von uns aus melden.

Und noch etwas gehört zum Thema negative Preise: Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gegangen sind, bekommen für Zeiten mit negativem Börsenpreis keine Einspeisevergütung; diese Zeit wird hinten an die 20 Jahre angehängt, seit Februar 2026 viertelstundengenau gerechnet. Auch deshalb ist es sinnvoll, den eigenen Strom in solchen Stunden lieber ins Auto, in die Wärmepumpe oder in den Speicher zu schicken als ins Netz. (Stand: September 2026)

Auch das Netzentgelt kann schwanken

Der Aufschlag von 17 bis 20 Cent ist starr – bis auf einen Teil. Wer Wallbox, Wärmepumpe oder Speicher nach § 14a EnWG anmeldet, zahlt ohnehin weniger Netzentgelt. Seit April 2025 muss jeder Netzbetreiber zusätzlich ein zeitvariables Netzentgelt anbieten: Hoch-, Standard- und Niedrigtarif nach Tageszeit, kombinierbar mit der pauschalen Reduzierung.

Das passt gut zusammen. Der Börsenpreis ist nachts niedrig, und mit dem zeitvariablen Netzentgelt wird zur selben Zeit auch der Weg durch das Netz billiger. Welche Zeitfenster gelten, legt Ihr Netzbetreiber fest, und sie unterscheiden sich von Netzgebiet zu Netzgebiet. Wir schauen im Beratungstermin nach, was in Ihrem gilt. (Stand: September 2026)

Welche Module es gibt, was sie bringen und warum wir bei einer Photovoltaikanlage in aller Regel zum zeitvariablen Modul 3 raten, steht auf der Seite Netzentgelte: Modul 1, 2 oder 3? – dort stehen auch die Preisblätter der Netzbetreiber aus unserer Gegend zum Nachschlagen.

Was wir Ihnen in der Regel raten

Erst die Technik, dann der Tarif. Ein dynamischer Tarif ohne Speicher und ohne steuerbare Verbraucher ist eine Wette auf Ihr eigenes Verhalten. Mit Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe ist er ein Werkzeug.

Rechnen Sie in Cent, nicht in Wundern. Der größere Hebel ist nicht der Speicher, sondern das Verschieben: Auto, Wärmepumpe, Waschmaschine und Spülmaschine in die günstigen Stunden zu legen kostet keinen Wirkungsgrad und keine Ladezyklen. Das Netzladen des Speichers bringt im Winter noch einmal 50 bis 100 Euro obendrauf. Wirtschaftlich wird ein Speicher nach wie vor durch den Eigenverbrauch Ihres Solarstroms – rund 30 Cent gespart statt sieben Cent eingespeist. Der Tarif kommt dazu; er ersetzt diese Rechnung nicht.

Und lassen Sie sich nichts über Negativpreise verkaufen. Wenn Ihnen jemand vorrechnet, Ihr Speicher verdiene sein Geld an der Börse, dann fragen Sie nach den 17 bis 20 Cent, die auf jede Kilowattstunde obendrauf kommen. Erfahrungsgemäß wird das Gespräch danach deutlich sachlicher.

Was Sie davon haben

Die Punkte, auf die es ankommt.

  1. 01

    Die Steuerung ist schon dabei

    In jeder Anlage, die wir bauen, steckt die Tarifoptimierung bereits drin. Das System holt sich die Preisliste für den nächsten Tag, legt Wetterprognose und Ihren gewohnten Verbrauch daneben und entscheidet selbst, wann geladen wird. Sie stellen nichts stündlich von Hand um – das hält auf Dauer niemand durch.

  2. 02

    Der Speicher trägt die teuren Stunden

    Teuer ist Strom fast immer morgens und zwischen 17 und 20 Uhr. Genau dann laufen Herd, Waschmaschine und Fernseher. Ein Speicher, der diese Stunden aus eigener Kraft überbrückt, nimmt Ihnen den teuersten Teil des Tages aus der Rechnung – im Sommer mit Sonne vom Dach, im Winter notfalls mit dem, was nachts günstig eingekauft wurde.

  3. 03

    Auto und Wärmepumpe verschieben sich von allein

    Ein Elektroauto steht nachts ohnehin acht Stunden in der Garage und braucht davon selten mehr als drei. Welche drei es sind, ist Ihnen egal – dem Preis nicht. Dasselbe gilt für die Wärmepumpe, die über die SG-Ready-Ansteuerung vorheizen kann, solange der Strom günstig ist.

  4. 04

    Weniger Netzentgelt für steuerbare Geräte

    Wer Wallbox, Wärmepumpe oder Speicher nach § 14a EnWG anmeldet, zahlt dauerhaft geringere Netzentgelte. Seit April 2025 muss jeder Netzbetreiber zusätzlich ein zeitvariables Netzentgelt anbieten: Dann wird nachts nicht nur der Strom günstiger, sondern auch der Weg durch das Netz. Angemeldet wird beides von uns. (Stand: September 2026)

  5. 05

    Sie sehen zum ersten Mal, was Strom kostet

    In der App steht der Preis für jede Stunde des nächsten Tages. Das verändert erfahrungsgemäß mehr als jede Ermahnung: Man sieht, dass die Spülmaschine um 13 Uhr die Hälfte kostet, und stellt sie um. Das funktioniert auch ohne Speicher.

  6. 06

    Zähler und Anmeldungen machen wir mit

    Ein dynamischer Tarif setzt ein intelligentes Messsystem voraus, dazu kommen die Meldungen nach § 14a und beim Netzbetreiber. Wir kümmern uns um den Papierkram und sagen Ihnen vorher, was der Zähler im Jahr kostet. Den Tarif selbst schließen Sie ab – wir verkaufen keinen Strom.

Ehrlich gesagt

Wo die Grenzen liegen.

Kein System passt überall. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich entscheiden – wir sprechen sie im Beratungstermin ohnehin an.

  • Ein negativer Börsenpreis heißt nicht, dass Sie Geld bekommen. Auf jede Kilowattstunde kommen Netzentgelt, Messstellenbetrieb, Konzessionsabgabe, Umlagen, Stromsteuer, die Marge Ihres Anbieters und darauf noch 19 Prozent Mehrwertsteuer – zusammen je nach Netzgebiet rund 17 bis 20 Cent. Steht die Börse bei minus fünf Cent, zahlen Sie also immer noch gut zwölf. Günstig, ja. Geschenkt, nein. (Stand: September 2026)
  • Die wirklich billigen Stunden liegen zur falschen Zeit. 2025 war der Börsenpreis in 573 von 8.760 Stunden negativ, und fast alle davon lagen mittags im Sommerhalbjahr – also genau dann, wenn Ihr eigenes Dach den Speicher ohnehin füllt und Sie den Netzstrom gar nicht brauchen.
  • Jede Kilowattstunde, die durch den Speicher läuft, kostet Wirkungsgrad und Lebensdauer. Rund 15 Prozent bleiben beim Ein- und Ausspeichern liegen: Aus zehn eingekauften Kilowattstunden werden etwa achteinhalb nutzbare. Dazu kommt der Verschleiß, denn ein Speicher hält eine begrenzte Zahl von Ladungen. Beides muss die Preisspanne erst einmal hergeben, bevor überhaupt etwas übrig bleibt.
  • Wer nichts verschieben kann, verliert. Ohne Speicher, ohne Auto und ohne Wärmepumpe zahlen Sie in einem dynamischen Tarif vor allem den Abendpreis – denn abends kochen und waschen alle. Für einen Haushalt, der zwischen 17 und 20 Uhr lebt und sonst wenig Strom braucht, ist der Festpreistarif oft die ruhigere Wahl.
  • Der Preis kennt auch die andere Richtung. Ein dynamischer Tarif hat keine Preisgarantie und keine Grenze nach oben. In einer kalten Woche ohne Wind kostet die Abendstunde ein Vielfaches des Jahresmittels. Wer dann nichts im Speicher hat, zahlt das mit.
  • Wir sind Handwerker, keine Stromhändler und keine Steuerberater. Wir bauen die Technik, die einen solchen Tarif nutzen kann, und melden sie an. Welchen Vertrag Sie unterschreiben, entscheiden Sie – wir bekommen von keinem Anbieter eine Provision und vermitteln auch keine.

Häufige Fragen

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Ein Tarif, dessen Arbeitspreis dem Börsenpreis folgt, statt ein Jahr lang festzustehen. Am Vortag gegen Mittag steht fest, was jede Stunde des nächsten Tages kostet; die Preise stehen dann in der App Ihres Anbieters und – bei unseren Anlagen – auch in der Steuerung. Seit Januar 2025 muss jeder Stromlieferant mindestens einen solchen Tarif anbieten. (Stand: September 2026)

Bekomme ich bei negativen Börsenpreisen Geld zurück?

In aller Regel nicht. Der Börsenpreis ist nur ein Teil Ihres Preises; Netzentgelt, Steuern, Umlagen und die Marge des Anbieters kommen obendrauf und fallen auch dann an, wenn der Strom an der Börse nichts kostet. Zusammen sind das je nach Netzgebiet rund 17 bis 20 Cent. Erst wenn der Börsenpreis tiefer als das ins Minus rutscht, käme rechnerisch etwas zurück – ob Ihr Anbieter das auszahlt oder bei null abschneidet, steht in seinen Bedingungen. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.

Wie oft ist der Strom denn wirklich billig?

Richtig günstig wird es nachts zwischen etwa ein und fünf Uhr, an windigen Tagen auch tagsüber und im Sommerhalbjahr um die Mittagszeit. Negativ war der Börsenpreis 2025 in 573 Stunden – gut sechs Prozent des Jahres, fast immer mittags. Der Alltagsnutzen liegt deshalb weniger in den Negativstunden als in der ganz normalen Spanne zwischen Nacht und Abend.

Brauche ich dafür einen Smart Meter, und was kostet der?

Ja, ein intelligentes Messsystem ist Voraussetzung. Bei einer Photovoltaikanlage über 7 Kilowatt, bei mehr als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch oder bei einer Vereinbarung nach § 14a wird es ohnehin eingebaut. Die Jahreskosten sind gesetzlich gedeckelt und liegen für Haushalte meist zwischen 20 und 50 Euro. Eingebaut wird er vom Messstellenbetreiber, nicht von uns – die Anmeldung übernehmen wir. (Stand: September 2026)

Darf ich meinen Speicher überhaupt aus dem Netz laden?

Technisch ja, und verboten ist es nicht. Der Haken lag bisher bei der Einspeisevergütung: Sobald Netzstrom im Speicher war, galt sein Inhalt als durchmischt, und für den eingespeisten Strom gab es keine Vergütung mehr. Zum 1. Oktober 2026 tritt die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur in Kraft, die den gemischten Betrieb regelt und den Solaranteil anteilig förderfähig hält. Bis das bei den Netzbetreibern praktisch angekommen ist, richten wir Anlagen so ein, dass Netzstrom aus dem Speicher im Haus bleibt und nicht eingespeist wird. (Stand: September 2026)

Lohnt sich Netzladen im Sommer?

Fast nie. Im Sommer ist der Platz im Speicher für Ihren eigenen Solarstrom reserviert, und der ist im Haus rund 30 Cent wert. Wer morgens mit billigem Netzstrom vollmacht, hat mittags keinen Platz mehr für das Dach und speist stattdessen für rund sieben Cent ein. Das ist ein Verlustgeschäft, auch wenn der Nachtstrom günstig war.

Und im Winter?

Da wird es interessant. Von November bis Februar bleibt der Speicher oft halb leer, weil vom Dach wenig kommt – Platz ist also da. Rechnen Sie aber mit den Verlusten: Rund 15 Prozent bleiben beim Ein- und Ausspeichern liegen, aus 10 nachts gekauften Kilowattstunden werden etwa achteinhalb nutzbare. Wer für 20 Cent lädt und damit Abendstunden zu 35 Cent überbrückt, kommt an so einem Tag auf knapp einen Euro, und davon geht der Verschleiß noch ab. Über eine Wintersaison sind das grob 50 bis 100 Euro. Ein netter Betrag – aber nichts, womit sich ein Speicher allein bezahlt macht.

Was bringt § 14a EnWG in dem Zusammenhang?

Wallbox, Wärmepumpe und Speicher über 4,2 Kilowatt werden als steuerbare Verbrauchseinrichtungen angemeldet. Dafür darf der Netzbetreiber sie im Ausnahmefall drosseln, und Sie zahlen im Gegenzug dauerhaft weniger Netzentgelt. Seit April 2025 muss jeder Netzbetreiber zusätzlich ein zeitvariables Netzentgelt anbieten – damit schwankt auch der Netzanteil Ihres Preises nach Tageszeit, passend zum dynamischen Tarif. Welches der drei Module dabei zu wählen ist, steht auf unserer Seite „Netzentgelte: Modul 1, 2 oder 3?". (Stand: September 2026)

Welcher Anbieter ist der richtige?

Das sagen wir Ihnen bewusst nicht – wir verkaufen keinen Strom und bekommen von keinem Anbieter Geld. Worauf es beim Vergleichen ankommt: Wie hoch ist der Aufschlag je Kilowattstunde zusätzlich zum Börsenpreis? Was kostet die Grundgebühr im Monat? Wird stündlich oder viertelstündlich abgerechnet? Lassen sich die Preise automatisch an die Anlagensteuerung übergeben? Und wie lange sind Sie gebunden, falls Ihnen das Schwanken doch zu unruhig wird?

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